3 Fragen an ...
Rüdiger Frankenberger, MARKETHON - Ideen und Innovationen für morgen
Warum ist Innovation so wichtig?
Die Idee der sozialen Marktwirtschaft und im Grunde jedes Marktes ist es, im Wettbewerb mit anderen Anbietern das beste Produkt für den attraktivsten Preis zum Wohle sowie Nutzen des Konsumenten anzubieten. Soweit die Theorie, die in der Praxis doch durch manche Regelung, Subvention und Verzerrung abweicht. Damit Unternehmen eine angemessene Rendite für den Entwicklungsaufwand und das Risiko erzielen können, müssen sie eben andere und bessere Angebote unterbreiten. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht ist Innovation kein „fertiges Produkt“, sondern vielmehr ein ständiger Prozess und Teil der Unternehmenskultur.
Warum funktionieren die bisherigen Geschäftsmodelle nicht mehr? Ist KI daran schuld?
Die Ursachen sind meines Erachtens sehr vielschichtig und haben sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet. Globale und nationale Märkte verändern sich in einem international kompetitiven Umfeld, bisherige Regeln gelten nicht mehr und neue werden gerade global ausgehandelt. Die Pandemie, kriegerische Konflikte, demografischer Wandel, volatile Finanzmärkte und Lieferketten sowie unkalkulierbare politische Akteure sind - neben KI – wesentliche Gründe für die aktuelle Situation. Auch wurde zu wenig in Deutschland investiert und man hat sich in einer langen Niedrigzinsphase gewissermaßen ausgeruht und ein bisschen optimiert, statt innoviert. Künstliche Intelligenz ist letztlich nur einer der Sargnägel, die diese Entwicklung beschleunigen. Unternehmen tun sich gemeinhin sehr schwer, in solch einem unsicheren und kaum kalkulierbaren Umfeld längerfristig zu planen und zu investieren. Je länger diese jedoch warten, desto größer wird der Rückstand zu denjenigen, die bereits mit neuen Technologien und Lösungen am Markt aktiv sind.
Was ist der Marketing Hackathon?
David Packard, der Gründer von HP, hat einmal gesagt: „Marketing ist viel zu wichtig, als es nur der Marketing-Abteilung zu überlassen.“ Und ich finde, dass trifft es sehr gut, denn Marketing ist nicht die Aufgabe einiger weniger, sondern per Definition aller im Unternehmen. Der MARKETHON ist die logische Weiterentwicklung und ein innovatives Konzept, dass Unternehmen und Organisationen es ermöglicht, ausserhalb ihrer üblichen Komfortzone wirklich neue Ideen und Prozesse, Innovationen, Prototypen und kreative Lösungen zu entwickeln sowie zur Marktfähigkeit zu bringen. Denn die wenigsten Mitarbeitenden sind zwischen 9 to 5 im Großraumbüro oder Besprechungsraum so richtig kreativ.
Der MARKETHON orientiert sich an dem Hackathon-Prinzip und ist offener und damit ganzheitlicher im Ansatz konzipiert. Entgegen der landläufigen Annahme ist die schöpferische Zerstörung im Schumpeter´schen Sinne in den meisten Organisationen nicht intendiert, denn solche marktwirtschaftlichen Gegebenheiten werden eher als Störfaktoren betrachtet und verunsichern diese zusätzlich.
In diesem Spannungsfeld von unterschiedlichen Interessen kann der MARKETHON einen völlig neuen Rahmen für Kreativität, Orientierung, Change und spielerisches Ausprobieren sein. Denken wir doch nur noch mal an die Innovationsrichtlinie bei Google aus dem Jahr 2004, auch als „20-Prozent-Regel“ oder 4-Tage-Woche bekannt, bei der Mitarbeitende nach eigenem Ermessen sowie Belieben diese Zeit für eigene Ideen und Projekte nutzen kann. Daraus entstanden beispielsweise Gmail, Google News, Google AdSense und Google Talk, um nur ein paar bekannte Beispiele zu nennen, die aus dieser Zeit hervorgingen.
Mit dem MARKETHON wollen wir Unternehmen und Organisationen helfen, wieder kreativer und innovativer zu werden – für eine erfolgreiche Zukunft.
Mihaela Knezovic, Basketballspielerin in der Swiss Basketball League
Du bist eine aktive Basketballspielerin in der Swiss Basketball League. Wie bereitest du dich geistig und körperlich auf Wettkämpfe vor?
Ich habe fast jeden Tag eine ähnliche Routine, manchmal wird es hart, aber mit guter Disziplin funktioniert es. Eine gute körperliche Vorbereitung, eine gute Ernährung und die mentale Befreiung von unnötigen Dingen machen es viel einfacher.
Wie schaffst Du es, ein Gleichgewicht zwischen Deinem intensiven Training, den Wettkämpfen und Deinem Privatleben zu halten?
Manchmal ist es wirklich schwer. Ich habe eine Menge intensiver Trainings, einen Teilzeitjob, brauche Zeit für das Kompaktstudium Finanzmanagement am BWL Institut Basel und bin Coach. Es kostet viel Zeit, nur um sich zu entspannen, aber ich denke, es ist das Opfer wert. Mit einer wirklich guten Disziplin ist alles gut zu bewältigen.
Was sind Deine Ziele für 2025?
Im Moment ist mein sportliches Ziel, die Basketball-Saison so gut wie möglich abzuschließen. Was die Vorbereitung auf meine berufliche Laufbahn angeht, ist das Ziel, die deutsche Sprache auf ein höheres Niveau zu bringen und hoffentlich den Lehrgang erfolgreich abzuschließen und einige praktische Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln.
Kai Gondlach, Zukunftsforscher (M.A.), Autor und Keynote Speaker sowie Geschäftsführer des PROFORE Zukunftsinstituts

Wie wird KI die Arbeitsplätze in den nächsten 20 Jahren verändern?
Einerseits fundamental, andererseits vielleicht weniger, als manche denken. Über KI wird in 20 Jahren niemand mehr sprechen, wir sprechen ja heute auch nicht mehr über den Strom, der unsere Computer und andere elektrische Geräte antreibt (höchstens dessen Ursprung). KI wird ähnlich normal sein. Interessant wird das Wechselspiel verschiedener KI-Agenten, die unterschiedliche Aufgaben für uns übernehmen im Privaten und im Beruf, welche wiederum untereinander vernetzt sind. Im besten Fall achtet eine meiner KIs auch darauf, dass ich besser auf mich und meine Gesundheit achte; und wer weiß, vielleicht richtet sie auch selbstständig mein Büro ein, stellt es um, korrigiert meine Sitzhaltung oder meldet mich bei meinem Arbeitgeber krank, wenn ich Gefahr laufe, mental überlastet zu sein. Wichtig ist, dass die KI uns dient und nicht umgekehrt. Außerdem gibt es einige Bereiche, in denen KI auch in 20 Jahren den Menschen nicht ebenbürtig sein wird - immer dann, wenn Fingerspitzengefühl oder Einfühlungsvermögen benötigt wird, brauchen wir Menschen statt Maschinen. Schließlich benötigen wir alle Grundkenntnisse über KI, da wir alle damit arbeiten werden; ähnlich wie inzwischen alle mehr oder weniger gut mit typischen Büro-Computer-Anwendungen umgehen können.
Wie werden sich die Erwartungen an die Work-Life-Balance und flexible Arbeitsmodelle in der Zukunft entwickeln?
In vielen Arbeitsmärkten in industrialisierten Staaten sehen wir einen Trend zum Arbeitnehmermarkt, das heißt, die Arbeitnehmerseite ist im Vorteil und kann mehr fordern. Der daraus resultierende Ruf nach mehr Balance wird oft zu Unrecht der Generation Z zugeschrieben; sie ist schlicht in der privilegierten Situation, jetzt erst in diesen Arbeitsmarkt einzusteigen und kann jahrzehntelange Forderungen von Gewerkschaften und Betriebsräten auf die nächste Stufe heben. Flexibilität ist nicht für alle die Patentlösung, insgesamt müssen sich Arbeitgeber aber darauf einstellen, dass sie flexibler und agiler auf die Bedürfnisse der Belegschaft reagieren können müssen. Die Zeit großer Bürogebäude ist vorbei, zumindest von einzelnen Arbeitgebern. Co-Working und Co-Living oder die internationale Wahl des Arbeitsorts gehören für einige Branchen schon zum Alltag, gerade der Mittelstand tut sich aber oft noch schwer damit.
Welche Rolle werden soziale Kompetenzen und emotionale Intelligenz in einer zunehmend technisierten Arbeitswelt spielen?
Eine wachsende! Je mehr Technisierung wir erleben, umso wichtiger werden die sogenannten Soft Skills. Schon heute entscheiden Recruiter eher nach der kulturellen Passung ins Team, ob jemand eingestellt wird. Natürlich brauche ich auch in Zukunft noch Hard Skills, also Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kompetenzen - doch die "informelleren" Skills wie Empathie, Kommunikation, Selbstmotivation, Selbstmanagement, Achtsamkeit, etc. überholen die klassischen Qualifikationen längst.
Ladina Meier-Ruge (32), Spitzensportlerin im Biathlon und Medizinerin. Mehrfache Weltcupathletin und Mitglied im Kader von Swiss-Ski. Verbandsärztin bei Swiss-Ski Biathlon

Wie hast du es geschafft, Deine Zeit zwischen Biathlon-Training auf Spitzensportniveau, dem anspruchsvollen Medizinstudium und Deinem Privatleben so effizient zu organisieren?
Ich habe gelernt flexibel zu bleiben. Der Spitzensport, das Studium sowie auch das Privatleben sind dynamische Ströme, die sich laufend verändern. Auf das muss man reagieren können mit viel Lockerheit. Und das gelingt, wenn man einen Schritt zurück macht, die Perspektive wechselt. Indem man sich bewusst wird, dass es ein Privileg ist dies so machen zu dürfen und jeder Situation etwas Positives abgewinnt. Auch sehr wichtig ist die Kommunikation. Wenn man mit den Leuten kommuniziert, ihnen die Situation erklärt und Lösungsvorschläge bringt, dann ist sehr viel mehr möglich an Organisation.
Welche Strategien oder Methoden wendest Du an, um in stressigen Zeiten die Balance zwischen sportlicher Höchstleistung und geistiger Anstrengung zu halten?
Der Sport ist ein Wundermittel. Viel habe ich für mich trainiert, in absoluter Ruhe. Das hat dem Geist die Möglichkeit gegeben, sich zu erholen und Gedankengänge abzuarbeiten und neue Planungen aufzugleisen. Die Wettkämpfe verlangen dann auch geistig vieles ab. Da helfen die Arbeitsaufgaben. Diese stelle ich gerne in meinem Vortrag vor.
Welche Skills aus dem Spitzensport sind für Dich im beruflichen Alltag besonders wichtig?
Ruhig bleiben in Drucksituationen, Ausdauer, Selbstbewusstsein, Kommunikation, Teamwork. Gerne auch dazu mehr in meinem Vortrag!
Selina Zimmermann (27), ehemalige Kanutin und mehrfache Schweizer Meisterin, Europameisterin, Weltmeisterin

Du hast zahlreiche nationale und internationale Erfolge im Wildwasser Kanurennsport erzielt, darunter mehrere Schweizermeistertitel, Europameistertitel und sogar Weltmeistertitel. Was waren für Dich die wichtigsten Faktoren, die zu diesen Erfolgen geführt haben, und wie hast Du Dich mental und körperlich auf solche Wettkämpfe vorbereitet?
Für mich waren Disziplin, Leidenschaft und Durchhaltevermögen die wichtigsten Faktoren, um meine sportlichen Erfolge zu erreichen. Im Kanurennsport spielen Technik, Ausdauer und Kraft eine zentrale Rolle, aber auch der mentale Aspekt darf nicht unterschätzt werden. So war es zum Beispiel wichtig, sich die Wettkampfstrecken vorzustellen, um in Wettkampfsituationen konzentriert zu bleiben. Körperlich habe ich mich mit einem strukturierten Trainingsplan vorbereitet, der sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining beinhaltete. Zusätzlich war die Unterstützung meines damaligen Trainers und meiner Familie eine große Motivation, die mir geholfen hat, immer wieder über meine Grenzen zu gehen.
Der Leistungssport verlangt nicht nur körperlich, sondern auch mental viel ab. Wie hast du es geschafft, die Balance zwischen Deinem intensiven Training, Wettkämpfen und Deinem privaten Leben zu halten? Wie bist Du mit dem Druck und den hohen Erwartungen umgegangen?
Die Balance zwischen Training und Privatleben zu finden, war oft eine Herausforderung. Eine klare Struktur im Alltag half mir, die verschiedenen Verpflichtungen zu koordinieren, denn neben dem Sport besuchte ich die Schule, nahm Unterricht an der Musikschule oder arbeitete noch, um die Ausgaben für den Sport zu finanzieren. Der Druck und die hohen Erwartungen, sowohl von außen als auch vor allem von mir selbst, waren definitiv da, aber ich habe gelernt, mich auf das zu konzentrieren, was ich kontrollieren kann, nämlich meine Vorbereitung und meine Leistung im Moment. Auch mein Umfeld, das mich immer unterstützt hat, war entscheidend, um mich mental zu stärken und mit dem Druck umzugehen.
Nach all diesen beeindruckenden sportlichen Erfolgen hast Du 2024 mit dem Master (MSc) in Sport, Bewegung und Gesundheit an der Universität Basel abgeschlossen. Was sind Deine nächsten Ziele?
Nach dem Abschluss meines Masters in Sport, Bewegung und Gesundheit versuche ich bereits jetzt meine Leidenschaft für den Sport als Sportwissenschaftlerin und Projektmitarbeiterin beim Kanton Schwyz in die Sportförderung einfliessen zu lassen. Mein nächstes Ziel ist es, mich im Bereich Marketing weiterzubilden und diese Kenntnisse idealerweise in der Sportbranche anzuwenden.